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Unternehmen nachhaltig gestalten
01.03.2016

Unternehmen nachhaltig und verantwortlich gestalten

„Was bedeutet nachhaltiges Handeln heute und was sind die Perspektiven?“ war die zentrale Frage des 8. Forum Führen. Gestalten. Vernetzen.
Jürgen Welzel, Marketingleiter der Steyler Ethik Bank, stellte eingangs klar, dass Nachhaltigkeit ein sperriger und abstrakter Begriff sei. Schnell führe er zu einem schwarz/weiß Denken, welches der Lösung der aktuellen Herausforderungen nur im Wege stehe. Er empfiehlt, in den Dialog zu gehen – gerade auch mit denjenigen Personen, Organisationen und Unternehmen, die sich bisher kaum mit nachhaltigerem Wirtschaften auseinandergesetzt haben. Stück für Stück werde so ein Beitrag dazu geleistet, Nachhaltigkeit als Kriterium in der Mitte der Wirtschafts- und Finanzwelt zu verankern.

Dr. Benedikt Holtbernd, Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrats, bestätigte die nachhaltige Wirkung des miteinander-in-Dialog-Gehens. Beobachtet hat er dies im Kontext des musikalischen Austauschs zwischen Laienmusikern und Professionellen und bei der Öffnung musikalischer Förderprogramme für neue Musikrichtungen und internationale Einflüsse. Dies seien deutliche Zeichen dafür, dass sich der musische Bereich den Realitäten der Gesellschaft stelle. Ohnehin könne man von der Musik viel zum Thema Nachhaltigkeit lernen, bewirke sie allen voran doch Vernetzung und Gemeinschaftsbildung.

Gerade in Multistakeholderprozessen sei die Etablierung eines Bündnisgeistes grundlegend, argumentierte Werner Lange vom Bündnis für nachhaltige Textilien. Die Herausforderung bestehe darin, alle Stakeholder an einen Tisch zu bekommen und ein gemeinsames Bewusstsein für die Herausforderungen der einzelnen Akteure (Unternehmen, Gewerkschaften, NGOs …) zu entwickeln. Eine nachhaltige Veränderung sei nämlich nur möglich, wenn alle ernsthaft zu diesem Perspektivwechsel bereit seien. Immerhin gehe es um harte wirtschaftliche Folgen und die Implementierung einer neuen Wirkungslogik.

Ergänzend zeigte der Wissenschaftsjournalist und Produzent Martin Riebe, wie man komplexe Themen wie Nachhaltigkeit sichtbar machen kann. „Wir können Führen durch Geschichten“ lautete seine These. Dazu erklärte er, dass uns Geschichten dabei helfen, Fakten zu verstehen und einen Bezug zu diesen zu bekommen. Deshalb greife er immer einen Aspekt eines Themas heraus, um darum dann eine Geschichte zu entwickeln. Dies gelinge mithilfe eines Protagonisten, der vor ein Problem gestellt wird, welches es zu lösen gilt – beispielsweise zu erklären, wie eine Eisheizung eine nachhaltige und energiesparende Heizalternative sein kann.

Tenor des Abends war, dass Nachhaltigkeit keineswegs mehr ein belächeltes Thema ist, sondern mehr und mehr in Unternehmen und der Gesellschaft ankommt. Aus dieser Bewusstseinsveränderung ergeben sich langfristige Perspektiven, die hoch wirtschaftlich sein können und die es gilt zu erkennen. Werden jetzt neue unternehmerische Handlungsweisen etabliert, haben diese das Potential auszuschwärmen und sich zu vervielfachen.

Impulsgeber des Abends waren:
  • Dr. Benedikt Holtbernd | Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrats
  • Werner Lange | Sekretariat des Bündnisses für nachhaltige Textilien
  • Martin Riebe | Wissenschaftsjournalist und Produzent
  • Jürgen Welzel | Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Vertriebsmanagement, Steyler Ethik Bank
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